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Heliand-Pfadfinder / HMP / EMP auf dem Hamburger Singewettstreit:
| Jahr |
Gruppe |
Kategorie |
Platz |
| 1984 |
Stamm Schwarzer Adler |
Stämme |
- |
| 1985 |
Stamm II |
Stämme |
- |
| 1986 |
Stamm II |
Stämme |
- |
| |
Stamm VI |
Stämme |
- |
| 1987 |
Heliand-Pfadfinderschaft - Sippe ? |
Sippen |
- |
| |
Stamm II |
Stämme |
- |
| |
Stamm IV |
Stämme |
- |
| 1989 |
Singekreis der HP und des EMP |
Singekreise |
4 |
| 1990 |
Singekreis der HP und des EMP |
Singekreise |
4 |
| 1991 |
(Heliand-Mädchenpfadfinderschaft,
Sippe Sophie Scholl) |
Sippen |
- |
| 1992 |
(EMP, Stamm Frankfurt) |
Stämme |
- |
| 1993 |
Singekreis Influenza |
Offene |
1 |
| |
Les Miserables |
Offene |
- |
| 1995 |
Singekreis Fezzo Mortissimo |
Offene |
1 |
| |
Les Miserables |
Offene |
3 |
| 1996 |
Les Miserables |
Offene |
4 |
| 1997 |
Les Miserables |
Offene |
- |
| 1998 |
Les Miserables |
Offene |
4 |
| |
HMP Gruppe ICE-Vögel |
Offene |
2 |
| 1999 |
Meute der Sippe Volker |
Sippen |
- |
| 2000 |
Meute der Sippe Volker |
Sippen |
- |
| 2001 |
Gigaherz |
Offene |
1 |
| 2002 |
Die Hula Tunes |
Offene |
2 |
| 2003 |
Gigaherz |
Offene |
1 |
| 2004 |
Gigaherz |
Offene |
3 |
| 2005 |
C(h)orculum Gigantum (HP/HMP) |
Offene |
- |
| 2007 |
Gigaherz |
Traditionell |
3 |
| 2008 |
Gigaherz |
Offene |
4 |
| 2009 |
Gigaherz |
Offene |
2 |
| 2011 |
Gigaherz |
Offene |
1 |
Geschichte des chorischen Singens in der
Heliand-Pfadfinderschaft:
Der
Trend in unserer Gesellschaft, nach Möglichkeit nur noch auf
Vorgefertigtes zurückzugreifen, weil dies einfacher ist,
scheint sich langsam umzukehren. Zumindest was den kulinarischen
Bereich angeht. Im Nonfoodbereich (Singen) ist selbstgestrickt nicht so
der Renner. Von gelegentlich zu hörenden Startenören,
die von einem feuchten Orchester, das Duschgeräuschen nicht
unähnlich klingt, begleitet werden, einmal abgesehen. Auch in
der Pfadfinderschaft hält der Trend, weniger zu singen,
ungebrochen an. Allerdings wird die entstehende Lücke nicht
wie sonst üblich durch High-Tech-Dolby-Surround-Stereo-Anlagen
gefüllt. Es entsteht vielmehr ein Vakuum der Langeweile und
des Desinteresses, das sich nicht mehr füllt, dafür
aber beständig ausbreitet.
1987, einige werden dies als die
gute alte Zeit definieren, gibt es die Idee, der Kreativität
und dem Tatendrang einen Raum zu geben. Das Musisch-Kreative-
Wochenende (kurz: MKW) wird aus der Taufe gehoben.
Zusammen mit dem Evangelischen Mädchenpfadfinderbund (EMP)
wird ein Wochenende lang gebastelt, geschraubt, getan, gemacht und
natürlich gesungen! Schrobsi (Matthias Schrobsdorff) bietet -
von einigen als verkappten Kirchenchor belächelt die
Interessensgruppe "Chorisches Singen" an. Das Ergebnis nach einem
Wochenende harter Arbeit ist derart überzeugend, daß
sich spontan Begeisterte zusammenschließen, um einen
Chorkreis zu gründen. Ein- bis zweimal im Monat treffen sich
hier alle Singewütigen von EMP und HP unter der Leitung
Schrobsis. Seine vom Notenständer herunterfallende und dabei
in zwei Teile zerspringende Flöte wird zu seinem
Markenzeichen. Gelegentliche Ermahnungen zur Disziplin verhallen
ungehört in den Räumen der Kreuzgemeinde in
Frankfurt-Eckenheim. Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund,
das gemeinsame Beisammensein hat Priorität. Kommunikation
findet prinzipiell während des Singens und nicht in den Pausen
statt, was die Sache für den Chorleiter in gewisser Weise
interessanter macht. An diesen Grundprinzipien hat sich durch all die
Jahre bis heute nichts verändert.
Die Erfolge von Musikgruppen werden im Allgemeinen an der Zahl der
Auftritte und der Zahl der Zuhörer gemessen. Mit diesem
Gedanken (vielleicht waren es auch viele andere, oder auch nur andere)
kommt es zum ersten Auftritt. Im Dezember 1987 im Rahmen des
Adventsingens des EJW in der Kreuzgemeinde bekommen die Besucher einen
Ohrenschmaus erster Güte zu hören (das kann ich
sagen, da ich als Zuhörer anwesend war und erst wegen meiner
Begeisterung aufgrund dieses Auftritts dem Chorkreis beitrat). Nach dem
überaus positiven Resümee wird das nächste
Ziel gesteckt: Der Hamburger Singewettstreit.
Die Lieder "Elijah Rock" und "Mich brennt's an meinen Reiseschuhn"
sollen das Publikum und natürlich die Jury beeindrucken. Zur
besseren Vorbereitung gibt es das erste Chorkreiswochenende. Vom 21.
bis zum 22. Januar 1989 wird in Haus
Heliand gesungen, was Familie Schubert aushält. Das Ergebnis
ist das unerwartete Bestehen des Vorentscheids und der damit verbundene
Auftritt im Hamburger Congress Centrum (CCH). Mit dieser Motivation im
Rücken geht es auch im Jahr 1990
wieder nach Hamburg. "Ami dans cette vie" und das "Zigeunerleben" von
Schumann verhelfen wieder zu einem glücklichen vierten Platz.
Im Mai 1990 findet das zweite Chorkreiswochenende in Cleeberg statt.
Diesmal mit der Motivation des gemeinsamen Beisammenseins und des
Ausprobierens von neuem Liedgut.
Die zunehmende Fluktuation von Chorkreismitgliedern, bedingt durch
Studium und Beruf, wird langsam deutlich. Private Verpflichtungen
machen es für viele unmöglich
regelmäßig zu erscheinen. Der Kreis dünnt
sich etwas aus. Bei den Hochzeiten von Annette und Thomas Ekert sowie
Jutta Maimisch und Wolfgang Keller tritt der Chorkreis auf. Im
Frühjahr 1991 kommt Schrobsi zu einer für alle
schweren, aber nachvollziehbaren Entscheidung: Er gibt die Leitung des
Chorkreises aus beruflichen Gründen auf. Der Chorkreis als
solcher existiert nicht mehr.
Les Miserables
Andrea Stavonhagen (Drea) und Jürgen Elvert laden im Mai 1991
zum gemeinsamen Singen ("Mehrstimmiges nicht ausgeschlossen") ein. Um
den Horizont mal etwas zu erweitern, gibt es Themenabende:
Volkstanz, Frankreich und Erzählungen heißen sie. Im
Februar 1992 fährt der EMP auf den Hamburger Singewettstreit.
Leider scheitert die Gruppe im Vorentscheid. Im Herbst wird die Idee,
als Chorkreis wieder nach Hamburg zu fahren, konkret. Unter der Leitung
von Drea kommen 1993 neue Mitglieder
dazu. Das neuentdeckte Faible, Stücke aus Musicals zu singen,
ist so stark, daß der Titel "One day more" für Hamburg
ausgewählt wird. Das dazugehörige Musical gibt dem
Chorkreis auch den neuen Namen "Les Miserables". Als zweites Lied wird
"Molly McQuires" ausgesucht. Der Enthusiasmus ist gigantisch, die
Enttäuschung nach dem Ausscheiden im Vorentscheid riesig. Der
Spaß, den alle bei den Vorbereitungen und Proben hatten,
beflügelt jedoch den Chorkreis. Am 30. April 1994 ist wieder
Hochzeit angesagt. Michaela Graf und Stephan Gahrmann heiraten. Les
Misarables singen.
Kurzfristig entschlossen geht es am 11 Februar 1995
wieder nach Hamburg. Obwohl effektiv nur drei Proben
stattgefunden haben, ist die Begeisterung des Publikums, vor allem aber
unsere eigene, überwältigend: Nach dem eher
zähen "In the quest of the holy grail" wird "Officer Krupke"
aus der Westside Story gesungen. Durch die vielen Einzelstimmen,
Christian Stimming als Pianisten und dem schauspielerischen Teil der
Sänger bekommt dieses Werk seine ganz eigene Note, von der der
Chorkreis noch lange zehrt. Ein dritter Platz ist die Belohnung. Im
September 1995 ist dann wieder heiraten angesagt. Thomas Meier (Toti)
gibt seiner Helga das Jawort. "Les Miserables" ergänzen
musikalisch den Gottesdienst.
Im Frühjahr '96 kommt es zum
zweiten Wechsel der Chorleitung. Drea benötigt mehr Zeit
für ihr Studium und möchte nicht, daß der
Chorkreis darunter leidet. Matthias Strube wird als Nachfolger bestimmt
("Okay, dann mach ich's halt").
Der Chorkreis entscheidet sich wieder für einen Auftritt auf
dem Hamburger Singewettstreit. Diesmal soll jedoch kein Musical im
Mittelpunkt stehen, sondern das a cappella Stück "Only you"
von den Flying Pickets. Zweites Lied wird "Vern kan segla". Nach einem
kurzfristigen Hickhack, ob und wer fährt, kommen in Hamburg
gerade mal acht von ursprünglich vierzehn Sangeslustigen an.
Trotz, oder vielleicht auch gerade deswegen, kommt es zu einem vierten
Platz.
Im Moment ist der Singewettstreit 1997 in Hamburg im Gespräch
und auch ein Chorkreiswochenende wird angedacht.
Les misdrables sind vielseitiger geworden, auch was die Besetzung
angeht. Sängerinnen und Sänger, die nicht aus Kreisen
der pfadfinderischen Szene kommen, sind inzwischen dabei. Das ist gut
so. Der Chorkreis hat ein Eigenleben entwickelt, dessen Ziel das
gemeinsame Singen ist. Alle Menschen, die das gerne tun und sich bei
uns wohlfühlen, sind herzlich willkommen. Daß bei
uns auch Menschen singen, die vielleicht nicht alle Töne
hundertprozentig treffen, mögen einige als Manko ansehen. Ich
denke, es hilft etwas, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Nicht
Perfektion ist oberstes Ziel, sondern Menschlichkeit und das Interesse
des Einzelnen an der Gruppe.
Matthias Strube (Puma), Mai 1996
(aus: Weit sind die Wege,
50 Jahre Heliand-Pfadfinderschaft,
hg. von Stephan Wiesner, 1996)
Fortsetzung:
Die Auftritte beim Hamburger Singewettstreit waren für uns zu
einer guten Tradition geworden. Und so standen wir 1997
wieder im Hörsaal der Hamburger Uni. "Celtic
Culture" war das Motto. Zum ersten Mal stand der
Singewettstreit unter einem Thema, denn es gab ein Jubiläum zu
feiern: 20. Hamburger Singewettstreit.
Wir traten mit dem Stück "Pat O' Leary" und "In the Mood" auf.
Erstmals probierten wir auch mal eine neue instrumentale Begleitung
aus. Neben der Gitarre erklang eine Geige und eine Trompete. Aber
leider war die Jury nicht begeistert genug, als dass es für
den Auftritt im CCH gereicht hätte.
Doch davon ließen wir uns nicht entmutigen, sondern
anspornen, für 1998 noch mal
unser Bestes zu geben. Um den Kriterien der Offenen Kategorie zu
entsprechen, "ausgetretene Wege zu verlassen", ergänzten wir
unser Stück "Die Muppets-Show" mit einer entsprechenden
Bühnengestaltung, Handpuppen und einer noch nie dagewesenen
Gurgeleinlage ("Oh when the saints"). Das zweite Stück "Sigh
no more" entstammte wieder unserem traditionellen Repertoire, dem
Musical "Viel Lärm um nichts".
Damit gelang uns noch einmal ein respektabler 4. Platz und der Auftritt
auf der Bühne.
Doch auch wir wurden unaufhaltsam älter, berufliche und
Familienverpflichtungen und der Wegzug mancher aus Frankfurt machten
sich bemerkbar. Der Chorkreis dünnte merklich aus. Wir trafen
uns weiterhin zum gemeinsamen Singen in unserem Raum in der
Wartburggemeinde (wo wir seit 1995 probten), aber nach und nach schlief
der Chorkreis ein.
Influenza und Fezzo Mortissimo
Aber aus der "Konkursmasse" des alten Chorkreises der HP und des EMP
ging 1992 noch ein weiterer Singekreis hervor. Unter Schrobsis Leitung
bildete sich aus 2 HMP-lerinnen und 4 Heliand-Pfadfindern der
Singekreis "Influenza" (weil sie "die Grippe beinahe dahingerafft
hätte"), der mit den A Capella - Liedern "Wochenend und
Sonnenschein" und "The oak and the ash") 1993 in Hamburg
den ersten Platz in der offenen Kategorie holte.
Zwei Jahre später, 1995, gelang
ihnen ein Comeback mit leicht veränderter Besetzung unter dem
Namen "Fezzo Mortissimo", und sie belegten mit den Liedern "Migldi
Magldi" und "Short people" wieder den ersten Platz.
Sippe Volker
In den folgenden beiden Jahre (1999 und 2000)
gab es keinen Singekreis der Heliand-Pfadfinderschaft. Aber Hamburg
sollte uns trotzdem nicht missen, und so versuchte Chrikrü
zweimal mit der Meute der Sippe Volker aus Darmstadt in der Kategorie
der Sippen aufzutreten, leider beide Male ohne
größeren Erfolg.
Gigaherz und Die Hula Tunes
Als wir im Jahr 2000 sahen, dass in der Offenen Kategorie nur drei
Gruppen angetreten waren, wurde der Wunsch geboren, doch wieder einen
Chorkreis zu gründen.
Aber es dauerte noch bis zum Dezember, bis sich Chrikrü, Lars,
Lueden, Paul, Sebb, Toasti und Tobias trafen, um Stücke
auszusuchen. Diese knappe Vorbereitungszeit war nun etwas, das uns Jahr
für Jahr begleitete, denn es wurde ein Singekreis, der sich jeweils
etwa anderthalb Monate vor dem Singewettstreit traf und
ansonsten nur an Bußtag sein Repertoire aufführte.
Wir blieben dem anfangs gewählten Stil des A Capella-Gesangs
treu und hatten unseren ersten Auftritt in Hamburg
2001 mit den Liedern
"Männer" und "Rama Lama Ding Dong". Es wurde ein
großer Erfolg und bescherte uns den ersten Platz!
Im September 2001 kam es zu einem kurzen Zwischenspiel beim Friedberger
Singewettstreit. Lueden, Paul und Chrikrü
entschlossen sich spontan, als Singkreis "Weniger"
aufzutreten (denn wir waren weniger als in Hamburg), und gewannen, ohne
jemals vorher geübt zu haben, den 1. Platz. Luedens
Meute erreichte den 3. Platz.
Als etwa ab Bußtag der nächste Singewettstreit
näher und in unser Bewusstsein rückte, gewannen wir
Stinchi dazu, mussten aber auf vier Leute unserer alten Garde
verzichten. Also gründeten wir den Chorkreis "Die
Hula Tunes" mit Lueden, Paul, Stinchi und
Chrikrü und erreichten beim Hamburger
Singewettstreit 2002 mit den Stücken
"Laß mich dein Badewasser schlürfen" und "Song of
old Hawaii" den zweiten Platz, obwohl wir qualitativ besser waren als
im Jahr zuvor.
Im Februar 2003 das selbe Spiel:
Ergänzt durch Sebb und Heico nahmen wir unseren alten Namen Gigaherz
wieder auf und holten mit "Der letzte Martini" und "Techno" von den
Wise Guys zum zweiten Mal den ersten Platz in Hamburg!
Chrikrü im Februar 2003
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